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Die Internetseite Lernfortschrittsdokumentation-MV.de soll die Lernfortschrittsanalyse Ihrer Klasse bzw. einzelner Schüler durch die internetgestützte Verarbeitung und Auswertung der Schülerdaten erleichtern.

Videoanleitung

Lernfortschrittsdokumentation – Warum?

Screenshot Um einen Unterricht zu gewährleisten, der den individuellen Ansprüchen aller Kinder genügt, ist eine enge Verbindung von diagnostischen Maßnahmen und darauf ausgerichteten Unterrichts- bzw. Fördermaßnahmen notwendig. Grundlage aller eingesetzten Diagnose- und Fördermaterialien muss eine theoretische Fundierung auf aktuellen fachwissenschaftlichen Theorien und Modellen sein. Neben diesem theoriegeleiteten Arbeiten spielt ebenso ein datengeleitetes Arbeiten eine zentrale Rolle, d.h. dass auch die stärkere Fokussierung auf diagnostische Maßnahmen an immer mehr Bedeutung im pädagogischen Feld gewinnt. Dabei geht es nicht darum, den Schüler durch Messungen zu Entpersonalisieren, sondern durch den systematischen Einsatz von Testverfahren zur Leistungseinschätzung einen objektiven Überblick über Leistungen und Schwierigkeiten aller Schüler zu erhalten, um konkrete Ableitungen für die pädagogische Arbeit ziehen zu können.
Um den integrativen Unterricht möglichst effektiv für alle Kinder zu gestalten, müssen die schulischen Leistungen der Schüler möglichst früh valide erfasst werden, um unterstützende Maßnahmen einzuleiten und Wissenslücken vorzubeugen bzw. diese kleinzuhalten.

Lernfortschrittsdokumentation – Wie?

Student Monitoring Systeme (zu Deutsch: Schülerbeobachtungssysteme) sollen es ermöglichen, Lernfortschritte von Schülern mittels regelmäßig wiederholter Leistungserfassung und -dokumentation zu quantifizieren und den sich abzeichnenden Verlauf zu dokumentieren, um daraus Schlüsse auf Effektivität des Unterrichts bzw. der Förderung als auch das Ansprechen des Schüler darauf ziehen zu können.

Um einen anschaulichen Überblick über die Leistungsentwicklung eines Schülers zu erhalten, können die Daten solcher Lernfortschrittsmessungen grafisch aufbereitet werden. Eine solche Übersicht ermöglicht einen schnellen Vergleich zum Klassendurchschnitt (auch ein Jahrgangsdurchschnitt wäre denkbar) und kann gut in Gesprächen mit Eltern, Sonderpädagogen und weiteren Fachleuten genutzt werden.

Als Beispiele für solche Systeme gelten die Curriculum-Based Measurements (zu Deutsch: Curriculumbasierte Messungen, CBM) aus den USA (Deno, 1985, 2003a, 2003b).

Curriculumbasierte Messungen (CBM) – Was ist das?

CBMs sind kurze Tests, ähnlich einer täglichen Übung, welche den Lernfortschritt in einzelnen spezifischen Kompetenzen in verschiedenen Lernbereichen (z. B. Deutsch, Mathe) abbilden sollen. Innerhalb einer zeitlichen Vorgabe von meist nur wenigen Minuten sollen die Kinder möglichst viele der gestellten Aufgaben eines Aufgabenblattes lösen.
CBMs werden mehrfach durchgeführt, sodass es möglich ist, den Lernfortschritt des einzelnen Kindes über jeweils erreichte Punktzahlen in Paralleltests abzubilden. Paralleltest bedeutet, dass der Test zwar aus anderen Aufgaben besteht, diese sich aber im Schwierigkeitsgrad gleichen. Ein Lernfortschritt des Kindes zeigt sich also in einer gestiegenen Punktzahl. Die Messergebnisse können vor dem Hintergrund von Vergleichswerten eingeordnet und interpretiert werden. Bei den Messungen kommt es nicht darauf an, sämtliche curricular geforderten Kenntnisse zu prüfen. Stattdessen werden einige wenige Fähigkeiten geprüft, die als repräsentativ für ein breiteres Kompetenzspektrum gelten. So korrelieren z. B. die Ergebnisse von Eine-Minute-Lesetests hoch mit den Ergebnissen von umfangreichen Lesetests.

Response to Intervention

Sehr geehrte Lehrerinnen und Lehrer,
wir freuen uns, dass Sie Interesse an der Lernfortschrittsdokumentation Ihrer Schülerinnen und Schüler haben und sich auf www.Lernfortschrittsdokumentation-MV.de registriert haben. In mehreren Studien konnte eine Steigerung der Schülerleistungen durch den Einsatz von Methoden zur Lernfortschrittsdokumentation nachgewiesen werden (Black & Wiliam, 1998a, b; Fuchs & Fuchs, 1986; Kingston & Nash, 2011). Aber allein durch die Diagnostik von Lernverläufen ist den Kindern mit Schwierigkeiten beim Erlernen schulischer Inhalte noch nicht geholfen. Die Ergebnisse der Lernfortschrittsdokumentation dienen lediglich als Grundlage für effektive Förderarbeit. Genau wie die Entwicklung schulischer Kompetenzen muss allerdings auch die Förderarbeit als dynamisches Konstrukt aufgefasst werden. Es muss also ein Fördersystem konzipiert werden, dass sich immer auf die aktuell, mithilfe der Lernfortschrittsdokumentation erhobene Könnens- bzw. Problemlage eines Kindes flexibel einstellen kann. Auf der Internetseite www.rim.uni-rostock.de möchten wir Ihnen Informationen über das am Institut für Sonderpädagogische Entwicklungsförderung und Rehabilitation der Universität Rostock entwickelten Rügener Inklusionsmodells (RIM) geben, welches ein solches dynamisches Fördersystem praktisch umsetzt und Ihnen eventuell auch in Teilen als Inspiration dienen kann. Seit dem Schuljahr 2010 werden alle erste Klassen sowie alle weitere nachfolgenden Jahrgänge der öffentlichen Grundschulen Rügens nach dem RIM-Konzept inklusiv unterrichtet. Einen Einblick in das Rügener Inklusionsmodell (RIM) finden Sie auch in diesem Zeitschriftartikel.


Für einen Einblick in die Arbeit mit dem RIM haben wir Ihnen eine Sammlung von Informationspapieren zusammengestellt: